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Für selbstständige Studenten

Neue Westfälische vom 01.11.2011: Für selbstständige StudentenUniversität berät und schult mit dem neuen "Zentrum für Unternehmensgründung"
Claudia Schmitz denkt unternehmerisch. Die Pädagogik-Studentin wird keine Lehrerin, sie gründet eine Beratungsfirma. "Ich baue sie derzeit auf." Ihre Idee: Weiterbildung für Personalentwickler.
"Der Bedarf ist da", sagt die 27-Jährige. Was sie sonst noch wissen muss für die Exististenzgründung erfährt Schmitz in ihrer Universität Bielefeld. Dort hat das neue "Zentrum für Unternehmensgründung", kurz ZUg, seine Arbeit jetzt etabliert. Ziel: Die eigenen Absolventen auf dem Weg in die Selbstständigkeit zu beraten, zu schulen, zu warnen, zu ermutigen, zu unterstützen - was gerade nötig ist.
Claudia Schmitz, Wirtschaftspädagogin, ist nicht die erste Studentin der Uni Bielefeld, die diesen Schritt wagt. Die Zahl der Akademiker, die Unternehmen gründen (wollen), steigt von Jahr zu Jahr. "Es gibt ein Gründungspotenzial quer über alle Fächer, auch in den Geisteswissenschaften", berichtet Professor Martin Egelhaaf, der dem Beirat von "ZUg" angehört. "Das hat uns überrascht." Dieser Trend ist noch jung. Egelhaaf kann sich noch gut an die Zeiten erinnern, als die Wirtschaft für Akademiker meist ein argwöhnisch betrachteter Fremdkörper war. "Heute sind die Berührungsängste deutlich geringer", sagt der Professor und Prorektor für Forschung. 2007 gab es die erste systematische Erhebnung zu diesem Thema, die gezeigt hat, dass die Offenheit für unternehmerisches Denken bei Studenten deutlich gestiegen ist - nicht nur beim staatlich geförderten Technologie-Transfer. Seitdem es mit ZUg eine feste Anlaufstelle in der Uni für Studenten gibt, die sich selbstständig machen wollen, kommen angehende Absolventen oder wissenschaftliche Mitarbeiter mit zahlreichen Ideen zu Dr. Daniela Rassau, der Geschäftsführerin der Einrichtung, und ihrem Team: Musikpädagogen, die mit alten Menschen arbeiten wollen, Experten für Nano-Technologie, Bio-Techniker, Gründer einer Medien-Werbeagentur, Berater und Weiterbilder auf  unterschiedlichsten Feldern. Oder Eventmanager wie Ole Möhlenkamp. Der Diplom-Betriebswirt hat mit einem Kommilitonen die "Erlebnismanager GmbH" gegründet. Erfahrungen auf diesem Gebiet hat der gelernte Veranstaltungskaufmann während seines Studiums mit der Organisation von Studentenpartys gesammelt. In den Hörsälen hat er für die Firma wenig gelernt. "Im BWL-Studium ging es um die Theorie. Was es bedeitet, ein Unternehmer zu sein, wurde uns nicht beigebracht." Von Businessplänen, Rechtsformen, Krediten, Bilanzen oder Steuerrecht wusste Möhlenkamp wenig, als er vor etwa eineinhalb Jahren die Selbstständigkeit wagte. Heute steht er im ständigen Kontakt mit dem Team von ZUg, um sich in der Phase des weiteren Aufbaus helfen zu lassen - und anderen zu helfen. "Wir binden Absolventen wie Ole Möhlenkamp ein, die anderen angehenden Jungunternehmer beim Stammtisch über ihr Gründerwissen informieren", sagt ZUg-Geschäftsführerin Dr. Daniela Rassau. Diese Treffen sind für Neustarter wie Claudia Schmitz sehr wertvoll, um Anfangs-Fehler zu vermeiden. 80 bis 100 individuelle Beratungen kommen pro Jahr laut Rassau zusammen. Dabei werden die Ideen der Studenten kritisch beleuchtet, Marktanalysen betrieben und Erfolgsaussichten ausgelotet. Zudem gibt es begleitende Veranstaltungen unter anderem zu Themen wie Steuerrecht, Kundenakquise, Marketing oder Internetrecht. Auch Anträge für Existensgründer-Stipendien unterstützt das ZUg. Über Eigenschaften, die eine Gründerpersönlichkeit mitbringen muss, wird ebenso geredet. Denn eine gute Idee allein reicht nicht. "Als Geschäftsführer", sagt Ole Möhlenkamp aus eigener Erfahrung, "muss man Verantwortung übernehmen. Man muss gerade stehen für sich, für Mitarbeiter und die Zahlen." 

Artikel: NEUE WESTFÄLISCHE (www.nw-news.de)