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Neue GEMA-Tarife führen zu hitzigen Diskussionen

Neue GEMA-Tarife führen zu hitzigen DiskussionenAuf ihrer Jahrespressekonferenz am 2. April 2012 hat die GEMA – die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte – eine neue, ab 2013 geltende, Tarifstruktur für Veranstaltungen vorgestellt und damit eine heiße Diskussion entfacht.
Kurz zum Hintergrund der GEMA: Als Verein hat sie den staatlichen Auftrag, Geld für die Urheber musikalischer Werke „einzutreiben“, sobald ein Lied im Radio, Fernsehen, Internet oder auf Veranstaltungen gespielt wird. Dies ist auch der Grund dafür, warum beispielsweise bei Youtube viele Musikvideos den Hinweis „Leider ist dieses Video in Deutschland nicht verfügbar. Die GEMA hat die Verlagsrechte hieran nicht eingeräumt.“ enthalten.
Doch dieses nur am Rand, denn heute geht es um die neue Tarifstruktur. Zwei neue Tarife sollen die bisher 11 verschiedenen Tarife für Veranstaltungen ersetzen: Ein Tarif für Livemusik und einer für Tonträgerwiedergaben. Dieser Ansatz klingt im ersten Moment sinnvoll und vielversprechend. Betrachtet man jedoch die neuen Tarife genauer, wird schnell klar, warum derzeit unzählige Musikschaffende, Künstler und Veranstalter auf die Barrikaden gehen und gegen die GEMA wettern. Erstens sind die neuen Tarife auf Veranstaltungen bis zu 5 Stunden ausgelegt und zweitens wird ein Großteil bisheriger Veranstaltungen unverhältnismäßig teurer. Welche Veranstaltung dauert heutzutage denn „nur“ 5 Stunden? Kommt man darüber hinaus, wird es 50% teurer... und wie soll eine Diskothek eine bis zu 700%ige Erhöhung der GEMA-Gebühren verkraften? Gaby Schilcher, PR- und Öffentlichkeitsreferentin der GEMA, sieht es nicht so eng. Ihrer Meinung nach können die Veranstalter doch einfach den Eintrittspreis als Grundlage für die Tarifberechnung senken und im Gegenzug die Getränkepreise erhöhen. Man werde schon sehen, wie sich der Markt anpasst. Weiterhin hält sie es für vollkommen legitim, dass die GEMA zu 10% an den Brutto-Eintrittsgeldern partizipiert - gerechnet auf den Netto-Eintritt ohne Mehrwertsteuer sind es sogar 12%. Dabei scheint die GEMA jedoch zu vergessen, dass eine Veranstaltung auch beworben werden muss, dass Ausgaben für Technik, Personal und Dekoration anfallen und vor allem, dass ein Gastronom - egal ob stationär oder auf einer Veranstaltung - heutzutage nicht mehr nur mit seinen Getränkeumsätzen kalkulieren kann.