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GEMA stellt neue Tarife ab 2013 vor!

dj-magazin Nr. 87Im Normalfall ist die GEMA Veranstaltersache und betrifft den DJ nicht direkt - doch die sogenannte Tarifreform wird im nächsten Jahr vermutlich auch Auswirkungen auf den DJ haben.
Kurz zum Hintergrund der GEMA: Als Verein hat sie den staatlichen Auftrag, Geld für die Urheber musikalischer Werke „einzutreiben“, sobald ein Lied im Radio, Fernsehen, Internet oder auf Veranstaltungen gespielt wird. Dies ist auch der Grund dafür, warum beispielsweise bei Youtube viele Musikvideos den Hinweis „Leider ist dieses Video in Deutschland nicht verfügbar. Die GEMA hat die Verlagsrechte hieran nicht eingeräumt.“ enthalten.
Doch dieses nur am Rand, denn heute geht es um die neue Tarifstruktur. Zwei neue Tarife sollen die bisher 11 verschiedenen Tarife für Veranstaltungen ersetzen: Ein Tarif für Livemusik und einer für Tonträgerwiedergaben. Dieser Ansatz klingt im ersten Moment sinnvoll und vielversprechend. Betrachtet man jedoch die neuen Tarife genauer, wird schnell klar, warum derzeit unzählige Musikschaffende, Künstler und Veranstalter auf die Barrikaden gehen und gegen die GEMA wettern. Erstens sind die neuen Tarife auf Veranstaltungen bis zu 5 Stunden ausgelegt und zweitens wird ein Großteil bisheriger Veranstaltungen unverhältnismäßig teurer.
Die GEMA „verkauft“ ihre neue Tarifstruktur damit, dass sie einfacher und ausgewogener sei und zu deutlichen Vergünstigungen führe. Sie verschweigt aber, dass die Vergünstigungen nur verhältnismäßig wenige Veranstaltungen, mit Eintrittsgeld zwischen 2 und 8 Euro, betreffen. Für viele Musiknutzer bringt die Tarifstruktur hingegen Erhöhungen von zum Teil mehreren hundert bis zu über tausend Prozent mit sich. Hiervon betroffen sind insbesondere Discotheken, denn die neuen Tarife gelten für bis zu 5 Stunden Musikwiedergabe, dauert eine Veranstaltung länger, wird ein Aufschlag von 50% berechnet. Dazu kommen dann noch die bekannten Vervielfältigungszuschläge und Abgaben an die GVL.
Genau dieser Missstand betrifft konkret einen Großteil der Discjockeys und Künstler, denn eines ist sicher: Diskothekenbetreiber und Veranstalter müssen zukünftig noch mehr auf ihre Kosten achten! Und ein großer Kostenpunkt ist und bleibt die Musik.
Gaby Schilcher, PR- und Öffentlichkeitsreferentin der GEMA, sieht es nicht so eng: Man könne doch einfach die Eintrittspreise senken und im Gegenzug die Getränkepreise erhöhen - man werde sehen, wie sich der Markt anpasse. Die nach Meinung der GEMA „gerechteren“ und „vergleichbareren“ Tarife betragen schließlich „nur“ 10% der Brutto-Eintrittseinnahmen…

Weblinks:
- Online-Petition gegen die neuen GEMA-Tarife, unbedingt mitzeichnen: http://openpetition.de/petition/online/gegen-die-tarifreform-2013-gema-verliert-augenmass
- Die neuen GEMA-Tarife im Detail: https://www.gema.de/veranstaltungstarife